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Mittwoch, 04.07.2018

N E I N !!! Ich kann es nicht glauben, ich fasse es nicht (und das passiert mir nun schon zum 2. Mal in diesem Blog!!): Was? Dieses: An die 5 Stunden arbeite ich nun an dieser Seite und bin schon fast fertig - d a - eine einzige, gedankenverlorene < Touch-Bewegung - und A L L E S, wirklich A L L E S bis auf die Überschrift verschwindet vor meinen Augen - und ich sehe nur noch  W E I S S vor mir. Es ist herzzerreißend, es ist erbärmlich. Aber es nützt auch nix. Sonst fange ich nie mehr an. Also: Wieder von vorne - und das subito! sofort!

Ausgangspunkt meiner Reisen nach Metz, Amsterdam und Ennigerloh: Düsseldorf. Dauer: jeweils ein paar Tage. Nach Metz (im März) habe ich dann von Mitte Mai (mit seinen vielen Feiertagen) bis Mitte Juni meine weiteren Reisen gemacht. Eigentlich zu viele, aber es hat sich so und nicht anders ergeben....

Mit dem Flixbus nach Metz im Nordosten Frankreichs an der Mosel

 

Meine liebe Freundin Anne S. wohnt dort im „Zentrum vom Zentrum“ in einem kleinen Hinterhaus, wo man im Mittelalter wahrscheinlich die Pferde untergebracht hat und jetzt ist es „tres chic“ dort zu wohnen. Ich liebe diese Stadt mit ihren historischen Gebäuden, der angenehmen Atmosphäre, dem Kopfsteinpflaster und den florierenden kleinen Geschäften. Das „Centre Pompidou“ (modernes Museum) mag zwar als überragender Bau (ein teures Konstrukt von einem japanischen Star-Architekten) geschildert werden - aber innen: Keine überragend wirkenden Werke, keine liebevolle und anziehende Anordnung, keine gute Atmosphäre, keine Faszination. Wir sind enttäuscht abgezogen... 

 

Highlight: Anne S. hat sich nun letztendlich doch die wunderschöne und angesagte Tasche gegönnt. Ihr nunmehriger Luxus ist aber nicht allumfassend. Denn: wenn sie daheim auf‘s WC geht, gibt es zwar einen Sitz - aber keinen Platz zum sitzen! Darum muss die WC-Türe immer offen bleiben!! (Dafür ist der Abstand zwischen WC-Muschel und Hinterwand gute 30 cm!!!) Themenwechsel (oder doch nicht?): Ich habe noch nie in meinem Leben so eine köstliche, cremig-sahnige Paella mit Champignons und ein paar Hühnerstreifchen gegessen, wie mit Anne S. am Markt in Metz. Und weil dem so war, sind wir auf meinem Wunsch am Abend gleich nochmal hin marschiert mit einer „Bestellung wie gehabt“.... 

Düsseldorf. Ein modernes Museum der besonderen Art. Wobei sich „Art“ für mich diesmal nur insofern auf „Kunst“ bezieht wenn es darum geht, eine leichte moderne Damentasche mit 2 Zusatz-Riem’chen von einem Tramper-Rucksack zu unterscheiden.... Das schaffte das Personal nicht. Begründung: Alles was hinten oben getragen wird darf nicht sein, weil einmal irgendwer irgendwo in irgendeinem Museum mit irgendeinem Rucksack an irgendein Bild gestoßen ist - und die Versicherung nicht zahlte. Da frage ich mich doch glatt, warum Messer und andere ähnlich gefährliche Utensilien nicht verboten werden.... weil doch irgendwer einmal könnte, irgendwo und irgendwann..... 

Der Abschied von Düsseldorf nach fast 5 Monaten (Ende Mai) von der „Monster Oma“ (siehe letztes Bild) war gekommen. Ich habe meine Kenntnisse, mein know how der Familie weiter gegeben und bin nun wieder „online auf Reisen“.... Wenn ich an die doch sehr aufregende Zeit zurück denke, bemerke ich oft ein Lächeln über mein Gesicht huschen...  Jedoch, bei manchen Gedanken auch eine leichte Zusatzfalte zwischen meinen Augenbrauen ;-). Denn: „Gefühle zu investieren - impliziert manchmal auch Sorgen!“ So wünsche ich Euch allen von Herzen eine sehr bewusste und zufriedenstellende Familien-Zeit. „Nur Mut - denn: wo ein Wille da auch ein Weg!“ Übrigens, mein Foxi hat sich in all den Monaten „des Fremdfahrens“ wieder schnell an mich gewöhnt ;-) und über das selbstgemachte Stirnband freue ich mich wirklich.

 

Amsterdam - Zentrum ist von der Sicht einer Radfahrerin aus eine Möglichkeit sein Leben zu retten, wenn man nie vergißt bei der Einordnung geduldig zu warten, dann links und rechts zu schauen und schön brav und ohne mit der Wimper zu zucken ganz rechts dahin radelt, weil es so ist, dass auch Motorräder ohne Warnung haarscharf auf dem Radfahrweg an einem vorbei ziehen.....  

6-Bett-Frauen-Schlafsaal: War eigentlich eine angenehme Erfahrung (Grüße 2x an Berlin, Dorli und Freundin und 1x nach Australien). Nur hatte ich das Problem, als ich an die 2 Meter hoch oben im Bett war: „wie komme ich da wieder runter?“ (Ein 15-minütiges youtube Video hätte da sicherlich ein paar herzhafte Kommentare gebracht.....). Also dachte ich nach. Lange. Dann erinnerte ich mich an den Aufstieg. Im Detail. Dann probierte ich. Vorsichtig. Dann musste ich einfach durchhalten. Ich war in der Mitte meines Abstiegs. Dann hatte ich es geschafft. Trank vorsorglich kein Wasser mehr und kletterte irgendwann nachts die Metallstäbe wieder hoch..... (vom nächsten Tag an lag ich unten. Im Bett).

Das Stedelijk Museum (Bilder oben und unten)  war ein REINES VERGNÜGEN!!! Ich denke mir, eines der wunderbarsten Museen, in denen ich je war. In eine Fülle von gut plazierten Objekten bin ich da eingetreten, ein Raum charismatischer als der andere in einer fast unendlichen Größe. Man kann sich darin verlieren - mit der Sicherheit nicht allein und verloren zu sein. Ich war einige Stunden dort - die Begeisterung entdeckte immer Neues..... Das Van Gogh Museum war gleich daneben - aber ich konnte nicht mehr. Zu eindrucksvoll war das innen und außen wunderschöne Stedelijk Museum.....

....aber auch Schreckliches tat sich auf. Es tat fast weh, diese Bilder zu sehen. Aber so ist sie. Die Realität. Von einigen. Und wir? Ich bin in der Realität noch nie annähernd so lange vor solchen Szenen gestanden, als vor diesen Bildern. Geniale Künstler. Danke. Ich bin wieder einmal ein Stückchen aufgewacht. 

Ennigerloh, auf einem alten Bauernhof im Herzen des Münsterlandes (Bilder oben). Ich sagte mir „ich war noch nie auf einem Bauernhof in Deutschland“ und so kam ich nach Ennigerloh. Organisierte mir ein wunderbar dahin-fahrendes eBike (etwa 25 kg schwer, Neupreis ca 2.800.- eine Akku-Voll-Ladung reicht etwa 100 km und kostet an die 15 Cent - ein neuer Akku 850.-) und fuhr damit wohin es mich gerade trug (es trug mich 98 km). Die Gegend ist flach (man merkt das aber nicht so sehr, da die Wiesen immer mit Bäumen begrenzt sind) und die Menschen dort waren für mich  „typisch deutsch“ (ordentlich) und sehr herzlich (ÖsterreicherInnen dürften dort eine begehrte Mangelware sein ;-).

Der Bauernhof (gebucht bei booking) ist ein Mastbetrieb für Schweine (an die 1000 Stück - und pro Schwein bekommt der Bauer dann vom Schlachthof etwa 142.-) und Bullen. Bauernhöfe (incl. Wohnhaus)  am Land müssen ihre eigenen Kläranlagen haben (sind also nicht an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen). Dieser Bauernhof hat auch noch eine große Biogas Anlage (Maische aus eigenem Anbau) zur Stromversorgung (heute kaum bezahlbar, weil die Kosten durch die Auflagen etwa 1,7 Millionen sind...) „und auskennen muss man sich auch noch - der Bauer kann es!“ Der Überschuss wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist. 

Frankenthal (i.d.Pfalz) war meine erste Zwischenstation auf dem 1000 km Weg von Düsseldorf nach Wien. Ein lieber, lebendiger Ort - aber letzteres nur bis 18 Uhr. Dann wird es mucks-mäuschen-still. Nur Einheimische wissen noch, wo es „heiß her geht“. An dieser Stelle möchte ich Gabriele Sch. recht herzlich grüßen, sehr schön, dass wir uns kennengelernt und so gut verstanden haben. Aber auch Ljiljana v.Z. aus der CH und Ursula G. aus Kiel möchte ich ganz herzlich grüßen: Ich freue mich sehr über unseren guten Kontakt.  

Beide Bilder unten: Sehr ansprechende Skulpturen im Zentrum von Frankenthal.

    

....und weiter geht es über Wörth an der Donau (GH Butz, Zimmer oben)

nach Wien. Dort erwartete mich eine amtliche Mitteilung, dass ich Ende des Jahres 2017 ohne Autobahn-Maut-Pickerl gefahren bin und eine Anzeige gemacht werden musste (300,-)  Ich bezahlte, weil ich zu dem Zeitpunkt noch keinen Beweis hatte, dass ich sehr wohl ein gültiges Pickerl hatte (lag im Handschuhfach, hatte das neue Pickerl schon abgelöst - dann aber aus Versehen das alte Pickerl wieder oben gelassen).

Dann ist es passiert: Nach einem bunten Abend mit ganz lieben Freunden (Bussi an Conny, Andrea und Fräulein Steffi): Ein Heidelbeer-Fleck auf meinem Marmortisch! Beim googeln erreichte ich keine Zufriedenheit -> Kreativität musste her. Und hier die Lösung: 

Salzburg - mit lieben Grüßen an den alles-interessierten Hermann Senior, dem feschen und tüchtigen Junior und an die Edeltraud, der best-bebrillten Köchin der Welt. „2 Tage dort, 2 kg mehr!“

Venedig- Patras wie immer 36 Stunden auf dem Schiff, 1,5 Tage und 1e Nacht und wie immer „Hut ab vor den LKW Fahrern und ihrem Können“. wie immer auch: Wo soll ich mein Feldbett für die Nacht  aufstellen - draussen oder drinnen? Diesmal neu: Edeltraud‘s Fleischleibchen sind die Besten!!!

🤗🍀🦋 Ich sage mir: Willkommen in Griechenland! Neu aufgestellte Mautschranken erwarteten mich bereits..... Nach 3 Tagen Peloponnes ging es bereits weiter nach Piräus und auf die Kykladen-Insel Milos.

Milos. Eleftheria, mein Foxi und ich: 380-. hin und zurück (das ist ˋa etwa 60.-) Milos ist eine wunderschöne Insel (ebenso wie auch andere Inseln - jeder hat eben seine Gründe...) Die Bewohner auf den Inseln (so sagt man) seinen viel mehr entspannt als auf dem Festland (was ich nun auch denke....) und die Touristen sind meist offen für Kontakte, bringen gute Laune mit - und das wirkt auch ansteckend.... Bilder unten: frische Feigen, Polonnia, 2x Plaka (die Altstadt oben) und Firiplaka Beach, mein Lieblingsstrand.

   

Mein Sohn (glg an Madd.) nahm in Milos an einem Profi-Schwimm-Training teil und wir trafen ihn dort (hat sich als wahrer Milos-Fan geoutet....) Er erinnerte sich noch genau an den Strand, wo wir mit seinem Cousin Michael vor 30 Jahren waren: Paliochori Beach. Doch diesmal waren wir jeden Tag an einem anderen Strand (mit Foxi und Motorroller) und die liebe Fanny (an einem fast unzugänglichen Berg um gute 80.- wohnend) schloss sich uns als Alleinreisende ohne Auto gerne an (glg!). Gewohnt haben Eleftheria und ich wunderschön ruhig in der Nähe von Polonnia (1 Nacht 60.-) und dann in Adamas (sie wollte mehr Action - 38.-) Siehe beide Bilder unten....

 

Mittlere Bilder: Firiplaka Beach und die letzten beiden Fotos zeigen nur annähernd die Strraßen, die wir an die 80 km steil und steinig bergauf, bergab, kurvig und ohne Umkehr-möglichkeit gefahren sind: Eleftheria, Funny und ich. Die Steine am Rande des Weges am 1. Foto geben ein reales Bild.... und Eleftheria sucht in ihrer Aufregung (weil sie noch nicht ins Meer steigen kann) nach Ablenkung..... Ich sag nur „altes Bergwerk an der Ostküsste - Thiorichio!!!“ - da hat uns aber kein Schild davor gewarnt!!! Auf den letzten beiden Bildern sind wir unterwegs nach Westen - ohne ein Ende gefunden zu haben.... also letztendlich Umkehr.

Einen Schlußstrich setzen werde auch ich jetzt, denn Ihr werdet es nicht glauben: Inklusive dem 2. Neuanfang arbeite ich nun seit 12 Stunden an dieser Seite (recherchieren, Fotos aussuchen, gestalten). Tja „alles gelingt eben nicht gleich immer“....

Bilder: Die weissen Felsen von Sarakiniko..... Eine Spinne in ihrem goldenen Heim - sie war zur falschen Zeit am falschen Ort - aber überlebte..... denn: jeder Abschied beinhaltet auch immer wieder einen neuen Anfang. An dieser Stelle von Herzen glg an Silvia Sch.Kl. „ich denke oft an Dich und wünsche Dir viel Zuversicht - denn: es kommt jede Genesung und jede Zeit sowieso so, wie sie kommen wird - freu‘ Dich drauf...!)

     

Sonnenuntergang auf Milos. „Das muss man gesehen haben!“ - Nix muss man gesehen haben. Denn das Schöne ist nicht nur „da“ und „dort“ - das Schöne und Faszinierende ist „in uns selbst, in unserer unmittelbaren Umgebung und hängt mit unserer Betrachtungsweise zusammen!“ Und dieses, unser eigenes inneres Gefühl führt uns manchmal „zufällig“ in Gegenden und zu Geschehnissen, die in keinem Reiseführer erwähnt, die uns noch nie empfohlen worden sind - und die doch einen ganz besonderen Eindruck auf uns machen.

„Es lebe die Individualität zu leben, die Freiheit zu entscheiden, sich selbst im Glück zu finden und das Staunen: dass das Wichtigste überall auffindbar ist (!) und nur wenig mit Geld oder Materie zu tun hat.“ Und wenn Ihr mit Kindern seid: „Mögen die in Eurer Welt der Mittelpunkt sein!“ 🤗

 

Von Österreich nach Düsseldorf und über Lissabon nach Nazare - der Monsterwellen wegen....

Dienstag, 20.03.2018

Jänner 2018: Tja, dann habe ich - wie ausgemacht - mein Auto bepackt, eine nächtliche Zwischenstation auf halber Strecke eingelegt und bin nach 970 km gut in Düsseldorf angekommen. Am 2. Tag bin ich dann mit Eurowings nach Lissabon gefahren (hin und zurück 140.-). Dort habe ich über booking com meine ersten 3 Nächte bestellt und bin mit dem Airbus (4.-) in die Unterkunft gefahren (die Metro hätte es auch getan, Tagesticket 6.30.-). Im Guesthouse Charminn angekommen, habe ich in einem alten Haus ein winzig kleines Zimmer ohne Fenster mit Löcher im Boden und teilw. grünen Plastikrasen-Resten belegt, ohne Türdichtung und vis a vis von den Waschräumen um € 76.- für 3 Nächte bezogen. Dennoch: das Personal war sehr sehr freundlich und sie haben sich in ihrer Art sehr  bemüht, das Zimmer modern zu gestalten.

Die Unterkunft war in der Nähe des Museums Modern Art und ich habe es sehr genossen, einen Tag dort zu verbringen. Übrigens, ein Espresso kostet in Porugal zwischen 55 und 90 Cent! (egal, wo ich ihn genossen habe). Normalerweise trinke ich nicht unbedingt täglich Cafe. Aber dort? Dort habe ich mich gesteigert und bis zu 5 Espressi am Tag zu mir genommen - weil er mir so gut geschmeckt hat. Deswegen steht Portugal weiter auf meiner Liste.

Das „NO“ im letzen Bild waren angeordnete Radios, die immer „YES“ aussendeten. Mir hat diese dokumentierte Widersprüchlichkeit gefallen..... aber dort einen Arbeitsalltag zu verbringen, möchte ich dann doch lieber nicht. 

Interessant war es in Lissabon (und Nazare und wahrscheinlich im ganzen Land), dass die Gehwege (mehr oder weniger hügelig) mit ebenen aber nicht abgerundeten Steinen kleiner bis mittlerer Größe gepflastert sind. Schon deshalb ist es auffällig, weil es sehr unangenehm war, mit einem normalerweise flüsternd dahin rollenden Bordtrolley laut-rumpelnd dahin zu hoppeln.

    

Das U-Bahn-System ist im Zentrum gut ausgebaut, leicht überschaubar und sehr brauchbar. Der Ticketpreis ist günstig - 24 Std. Karte € 6.30.- Inclusive der 3 Stadtseilbahnen - Bica, Gloria, Lava - der berühmten Strassenbahn Linie 28 E und dem Elevator da Santa Justa (wo ich 2x vorbei gegangen, aber auf Grund der Warteschlange nicht mit dem Lift hinauf gefahren bin - und ich lebe trotzdem noch... ;-)

 

Nazare ist etwa an die 2 Autobusstunden von Lissabon entfernt (nördl. Richtung). Die Bus-Station von „Rede Expressos“ ist in Sete Rios (blaue Metro). Vom Flughafen fährt aber auch ein Bus zum Busbahnhof. In Nazare angekommen spürt und sieht man, dass es ein kleines Dörf’chen ist, dem der touristische Aufschwung (vor ein paar Jahren, seit McNamara dort die Wellen surft)  zu sehr viel Freude und inneren Stolz verholfen hat.

Auffallend ist, dass die sehr alten, kleinen, schwarz gekleideten Frauen, besonders neue, sehr gepflegte, silberne Geh-Hilfen verwenden und damit sehr flink und interessierten Blickes eifrig unterwegs sind. Es ist gerade so, als ob Nazare der natürliche Mittelpunkt der Erde wäre - und die EU ein Ufo..... Sogar die Omas bemühen sich im Verkauf betont - um ein leichtes Englisch. Als „ brav und beflissen“ könnte man die Leute dort bezeichen.... und manchmal habe ich mir gedacht, dass es erstaunlich ist, was man als Dorf alles zusammenbringt, wenn man eine wirkliche Chance sieht, sich zu entfalten..... Bravo Nazare!

 

Alle mittel- bis älteren Frauen tragen die dortige Tracht: Das Kopftuch nach hinten gebunden, welches sie bei Bedarf nach hinten schieben und ihre über dem Nacken zusammengeknoteten Haare sichtbar werden lassen, einen gestrickten beliebig farbenen Umhang bis leicht oberhalb der Taille, den sie mit dem Band (verlängerte Knopflochleiste) vorne kreuzen und hinten zusammenbinden. So können sie ihre Hände bequem darunter geben und beim Arbeiten sind diese frei von Ärmeln. Dann haben sie einen Rock bis exakt zur Mitte der Knie und darüber eine Schürze, die den ganzen Rock umwickelt. An den Beinen haben sie Kniestrümpfe mit auffallenden mehrfarbigen Mustern (Karo, liniert, gestreift...) Als Schuhe dienen meist schnell darüber gezogene äußerst legere Schlapfen, wo die Größe sehr variabel sein darf...... Oft treffen sie sich rudelweise zu einem Kaffe beim Spar oder beim Bäcker. Emsig schauen sie dann um sich und besprechen die Neuigkeiten. Manchmal wandert so manche beflissene Dame von einem öffentlichen Kaffee-Kränzchen zum nächsten - und das voller Enthusiasmus.

 

Weiter hinauf, ein paar Minuten mit der Seilbahn und ein herrlicher Ausblick erwartet einem.  Am Plateau geht man noch etwa 20 Minuten, bis man zu dem kleinen roten Leuchtturm kommt, der meist Mittelpunkt aller big-wave Aufnahmen ist. Die Wellen werden dort manchmal 20 bis 30 Meter hoch. Zu meiner Zeit gingen sie an einem Tag bis zu 8 Meter- und das war schon gewaltig!

 

Unter epicsurf de kann man nachschauen, wie hoch die Wellen sind bzw. werden. Nach einem Verlängerungsgag ging es dann mit dem „Rede Expressos“ wieder zurück nach Lissabon (Fahrt etwa 12.- Busbahnhof hat Metro- (wenn man 5 Min. geht) und Airport-Anschluss. Ein Bus geht etwa alle 2 Stunden).

Angekommen in Lissabon bezog ich ein echt tolles und zentrales airbnb Quartier bei David (Metro Areeiro). Da ich mich nun Metromäßig schon gut orientieren konnte, fiel es mir leicht, einfach so auf‘s gerade Wohl durch die Straßen zu ziehen und meine Espressi zu trinken. Dabei habe ich auch das „weltbeste Chinesische Restarant“ kennengelernt. Ein Muss für mich beim nächsten Besuch. Es ist ziemlich im Zentrum an der Ecke zur Reisstraße. Wirklich, noch nie in meinem Leben habe ich so köstlich und frisch chinesisch gegessen. 

  

Auffallend irritierend war aber auch eine breite und lange Brücke, die sich hoch über unzählige Häuserreihen erschreckend real dahin zog und das Meer überquerte, um zum hiesigen Denkmal zu führen. 

In Düsseldorf angekommen, erwartete mich schon sehnlichst meine liebe Wahl-Familie.... aber das ist eine andere Geschichte......

Nun gut, liebe Leute. Genug für heute - und sorry für die Verspätung. Falls Ihr auch Lust habt, Lissabon zu besuchen, hier 3 sehr brauchbare Seiten: „Lisbon weekend guild com“ „Lissabon org“ und „Lissabon net“. Ich wünsche Euch jedenfalls eine wunderbare Reise! (....denn Ihr gönnt Euch ja sicher sonst nix ;-)) ....und genießt den „geschmackvoll-runden“ Café .....um ein paar Cent.

 

Rügen - sächsische Schweiz - Wien - Athen - und krank.

Montag, 30.10.2017

Nein, nein, nicht lebensgefährlich krank. Nur meine seit zwei Jahren wiederkehrende Verkühlung mit Husten und langwierigen Halsschmerzen ist seit Wochen wieder aktuell..... Aber das stört mich nicht sehr: „Es ist halt so!“ - denke ich mir, strecke mich gemütlich nach der flauschigen Decke - und öffne mein iPad..... Doch nun zum letzten Teil meiner Nord-Deutschland-Tournee, die ungeahnt genau einen Monat dauerte. Meist habe ich airbnb Unterkünfte gebucht, manchmal auch ein nettes Gasthaus.....

 

Trelleborg in Südschweden. Wenn man rechtzeitig den Hafen für PKW’s gefunden hat, ist alles perfekt organisiert und das Schiff schluckt die brav wartenden Autos und Lastkraftwagen ohne Pause....  Bild Mitte: Die Hügelgräber von Woorke / bei Patzig auf Rügen, die heute noch gepflegt werden (wenn man das nicht weiß, fällt es einem gar nicht auf!). Die Hügel sind Grabstätten von etwa 6 m Höhe und 30 m Durchmesser und stammen aus 88 bis 12oo n.Chr. Andere Bestattungsplätze sind Hünengräber oder Großsteingräber. An dieser Stelle möchte ich nochmals den Eltern von Chr. meinen herzlichsten Dank aussprechen, sie haben mir den Norden von Rügen gezeigt, sie waren wissend und unterhaltsam zugleich.

   

Ein idealer Urlaubsplatz an der Ostsee - wo ich mich gleich fragte: „wieso gibt es sowas für den Lebensalltag mit Hauptwohnsitz nicht?“  Übrigens, an der Ostsee gibt es auch erstaunlicherweise keine Ebbe und Flut. Bild unten: Hier waren wir im nördlichsten Dorf von Rügen, im Fischerdorf Vitt. .....und nun, auf dem Weg zum Meer (mittleres Bild) fand ich am Ufer noch was absolut Faszinierendes und wirklich Erstaunliches: Das, was ausschaut wie wunderbar rund geschliffene, leicht rosa Halbedelsteine  - - sind Quallen! Ich habe sie angefasst, sie sind ungiftig, angenehm rund und wunderschön ....und überall am Strand verteilt. Eine Unglaublichkeit! ....und noch was: in diesen dunklen Algen und Seegras eingewickelt (das immer wieder an Strand gespült wird)  - ist manchmal wirklicher Bernstein zu finden....

 

Übrigens, ich habe Matjesfilets zu schätzen gelernt! Das sind junge Heringe, die in Salz/Essigwasser ein paar Tage eingelegt werden und dann in Öl. Gegessen werden sie in weißen Brötchen, mit einem schönen Salatblatt und Zwiebelringen (€3.-) - einfach herrlich... Als ich an der Ostsee auf das Meer hinaus geschaut habe, hatte ich das eindeutige Gefühl, dass sich das Wasser in den Horizont hinein wölbt..... Ich finde es auch äußerst komisch - aber es war mir so....😳

 

Der rasende Roland“ - ist eine der ältesten (seit 1895) noch in Betrieb befindlichen dampflock-betriebenen Schmalspurbahn. Eine Attraktion im Radfahrer-Tempo zwischen Putbus und Göhren. Eine Strecke dauert etwa etwa 70 Minuten, ist 24 km lang, kostet für Erwachsene €11.- (Kinder zahlen die Hälfte) und die Höchstgeschwindigkeit beträgt 30 km/h.

So natürlich farbenfroh können Eier von Hobby-Garten-Hühnern sein. Ich habe sie von Rügen nach Griechenland mitgebracht (jawohl, 2 sind grün!). Okay, zugegeben, die Straßen mit ihren Baumbegrenzungen sind oft nicht sehr breit - aber muss man auf der Insel deswegen zusätzlich (!) eine 3-spurige Autostraße bauen, die wahrscheinlich kein Einwohner dort braucht? Im 2. Bild sehen wir den Camembert: „Rügener Badejunge“ (den ich schon auf der einen Seite gekostet habe) - und der in Rügen bald nicht mehr erzeugt werden kann, da die dort ansässige Molkerei bald schließen wird.....

Wenn ich so gefragt habe, wo denn die Kühe geschlachtet werden, die so friedlich grasen, wurde mir gesagt, dass auch der Schlachthof in den 90ern weggekommen sei.....  tja, auch eine große Bäckerei in Rügen soll geschlossen haben..... Die Bevölkerung, so nehme ich an, wird darauf keinen Einfluss nehmen können, weil sie wahrscheinlich vorher nichts von den Absichten erfahren wird haben.....  Ich habe auch nach den selbständigen Bauern gefragt - aber angeblich gibt es diese so gut wie nicht mehr, alles Agrarindustrie...... So bleibt noch der Tourismus (was fragen eigentlich die anderen Touristen, wenn sie hier Urlaub machen? ...frage ich mich!) und die LKW-Lieferungen können später ungehindert dahin-donnern  - weil: aha, jetzt verstehe ich die neue im Bau befindliche breite Extra-Autostrasse......

 

Von nun an ging‘s bergab“ - Hildegard Knef hat diesen Song mal gesungen - und bei mir ist es örtlich gemeint: Von Rügen in die sächsische Schweiz (unterhalb von Dresden), 540 km. Ich war da in Bad Gottleuba - Berggießhübel im GH Hillig am Platz. (Mein Navy war sehr verwirrt, da die Gemeinde im Zuge der Orts-Zusammenführung die Strassennamen verändert hat!) Ein sehr schöner Ort, hügelige Umgebung, viele Wandermöglichkeiten, gute Luft und sehr nette Menschen. Die Kirche hat mir ob ihrer Schlichtheit sehr gefallen. Auch besuchte ich (mit ausgeborgtem Fahrrad) die dortige Salzscheune, genoss die Jadeliege und letztendlich das Besucherbergwerk - wo man wieder einmal ganz genau sieht - frei nach einem alten Sprichwort - „dass von irgendwoher immer ein Licht‘lein kommt!“ (auch wenn‘s noch so finster pixelt....)

 

Nun die letzten 420 km in den Süden: Durch die Tschechoslowakei nach Wien. Statt der 5 Stunden sind es 7,5 Stunden geworden, da auf einer Autobahnauffahrt ein Unfall war... Die Grenzregion vor Österreich war sehr auffallend mit deftigen Glücksspiel-Häusern, blinkenden Casinos und überdimensionalen Vergnügungsparks unangenehm bestückt. Absolut nix für mich - schnell weiter....

Ich verstehe nicht, warum es legal ist und öffentlich beworben werden darf, Kindern und Erwachsenen mit solcherart vereinnehmenden Verlockungen das Geld aus der Tasche zu ziehen - Geld, welches dann bei den realen Lebenskosten (zum Leidwesen der Familie) oft fehlt. „Jeder ist für sein Leben und für seine Entscheidungen frei und selbst verantwortlich!!?“ - Nein, meine Lieben, in der Schule, oft in der eigenen Familie und auch am Arbeitsplatz - müssen die meisten Menschen „den Mund halten“ - und lernen NIX über Finanzgebahrung, Verantwortung im Leben und üben sich nicht in freie Entscheidungen und deren Konsequenzen!!!

 

Landschaftlich, besonders vor Österreich, war die Strecke von sehr großen Agrarflächen dominiert. In Wien angekommen, blieb ich 3 Tage, buchte den Flug um - und weiter ging es nach Athen.... Kalimera Ellada!!

Besonders danken möchte ich noch meinem Sohn, der mir diese Reise mit seinem Super-Golfi (danke auch dem braven Golfi - nein, ich spinne noch nicht, siehe Quantenphysik!) erst ermöglicht hat (immerhin 3.800 km!).  Aber auch dem lieben Stefan (danke für Deinen Garagenplatz), dessen „Jo Malone“ ich nach der absolut gründlichen Reinigung des Golfi‘s genüsslich auf alle Sitze und in jede Lüftungsritze ausreichend gesprüht habe..... „s‘ kann ja net schaden!“  -  Das Leben ist schön.😘

vom Autofahren nach dänisch Kolding über Kopenhagen bis schwedisch Malmö

Montag, 09.10.2017

Ja, wie sollte es bei mir auch anders sein: ich musste über Grenzen gehen.....

Autofahren: Man hatte mich betreffend Dänemark und Schweden ja schon vorgewarnt: "Achte genau auf die Geschwindigkeit! Geringfügige Überschreitungen können astronomische Strafen und eine Fahrzeugbeschlagnahme vor Ort mit sich bringen!" Ich habe darauf geachtet und bin meist weit weniger als vorgeschrieben gefahren (dem Golfi ist das Gähnen gekommen ;-)

Aber letztendlich habe ich mir schon gedacht: Die Geschwindigkeits-Zahlen-Kombinationen an den Strassenseiten sind oft so rasch und unvermittelt und oft auch ohne groß-nennenswertem Grund aufgetreten - dass mein eigenes Mit-Denken ausgeschaltet werden musste, um mich nicht unnötiger Weise zu ärgern. Ich fand das für mich anstrengend, denn es ging auf Kosten meiner Energie und meines defensiven Fahrverhaltens. 

Phantastische Idee: Würde ich dort oben wohnen, würde ich mir ein absolutes "Niedrigst-PS-Vehikel" (Richtung Goggomobil - siehe youtube: "das Fräulein Vera") zulegen, wo ich ordentlich Gas geben würde, um im Ort 40 zu erreichen - damit ich nicht von den "Rad-Profi-Rentnern" überholt werden würde, mit 70 ungebremst auf den Landstrassen dahin kurven könnte und mit max.110 Vollgas bis zum Anschlag auf der Autobahn krachend dahin-wedeln täte - und das alles völlig legal und in hervorragendem Einklang mit meinem Energie-Haushalt!! ....prickelnd, oder?

 

Kolding. Mir gefallen diese dekorativen winterharten Blumen - heißen laut meiner sehr netten Hausfrau in Rügen "fette Henne"...... "Miniby" (Ministadt) ist eine Sehenswürdigkeit (und im Geografischen Garten angelegt) wo die ganze Stadt Kolding 1:10 dargestellt ist. In wirklicher Größe daneben in der Altstadt das "Det Gambl Borgerhus" aus dem 16. Jhdt. 

 

Sehr gut hat mir das "Trapholt Museum für Moderne Kunst" gefallen. Die etwa 2 m hohen Perlmutt-Knöpfe-Figuren haben mich sehr fasziniert. Mit so einem Gesichtsfeld ausgestattet - erspart man sich jegliches Handy-tragen und man ist ständig auf vollen Empfang....denke ich mir halt...  Das gelbe Bild hat mir auch extrem gut gefallen - und unten ist ein Einkaufswagen in einem Zuckerberg zu sehen.... sehr sauber und eindrucksvoll gemacht. Dahinter Roh-Fleisch-umwickelte Personen.... echt grauslich. Die Ausstellung "Stühle" (letztes Bild) hat dann meinen doch relativ langen Museumsbesuch gemütlich abgerundet.

   

P.S.: Sehr fasziniert war ich (in der Sonderausstellung "eat me") auch von dem "Schokoladezimmer"... es roch angenehm anregend und gustatorisch- inspirierend nach warmer, flüssiger Schokolade..... Die (u.a.) beiden anderen Bilder stammen vom Künstler "Michael Kvium - Think Bigger" - unvergeßlich besonders deshalb, weil ein kleines Detail auf dem letzten Bild mit meinem besten Freund eine auffallende Haltungs-Ähnlichkeit hat.....

Kopenhagen (Bilder unten): Das Wetter sowohl in Dänemark als auch in Schweden war kalt, regnerisch und windig (jedoch: "nur die Harten kommen durch" - nicht wahr, liebe Oma?). Dabei habe ich (wahrscheinlich ein "Weich-Ei") mir auch eine ordentliche Verkühlung zugezogen. Der Vorteil: der jetzige Blogeintrag ;-)

     

Malmö (Bilder unten): Eine überwiegende Plattenbau-Stadt, wo die gebürtigen Schweden meiner Meinung nach in der Minderheit sind. Leider habe ich auch noch in einer Hochburg der Zuwanderer gewohnt: Rosengard (könnt ihr googeln - ich hab' das leider erst zu spät getan). Doch das absolut Beste daran war: Ich habe bei einer sehr guten syrisch-libyschen Familie (Mutter und Tochter) gewohnt, die seit 25 Jahren in Schweden beheimatet ist. Außerhalb, ok, hätte ich Angst gehabt, in der Nacht.... Aber innerhalb der Familie habe ich mich sooo wohl und auch so beschützt gefühlt, dass es ein Segen und eine Freude war, dass ich gerade dort gelandet bin. 

Bilder oben: Mit Noha habe ich einen Ausflug unternommen: Besichtigung des höchsten Turmes und des Strandes. Die Bauten dort sollen modern sein - wobei ich mir denke, statt "modern" (im Gegensatz zu "traditionell") könnte man genauso gut das Wort "billig" einsetzen. Die Bauten sind meist in grau gehalten - was dort zum Licht überhaupt nicht passt! Diese teuer verkauften Bauten schauen teilweise eher Stallungen ähnlich.... Es hat halt doch seinen guten Grund, in manchen Gebieten die Häuser schön bunt zu machen: wegen dem Licht! Letztes Bild oben: Eingang ins Museum in Malmö, gelbes Bild darüber: Schließfächer und Toiletten.... uff, ganz schön beeindruckend....

 

Ich musste anfangs in das Zentrum, eineinhalb Stunden zu Fuß marschieren. Ich ging durch den Park am Friedhof vorbei, ich sah mich um, ich war alleine. Mir wurde ganz komisch - aber ich hatte ja (noch) keinen Fahrschein. Ich hatte gelesen, dass die Polizei hier überfordert sei und das Militär eingesetzt haben möchte....  Bis in die Innenstadt ist mir kein einziger Mensch zu Fuß begegnet. Manchmal habe ich Radfahrer gesehen -  den Blick stur und abwesend nach vorne.... So wie überhaupt die Menschen kaum Anteilnahme an ihrem Umfeld nehmen - die einen reagieren nicht (bei Fragen oder bei einem Lächeln), die anderen sind 100%ig auf ihr Handy fixiert, die Stöpseln im Ohr..... es ist schrecklich und traurig zugleich. Oben die Sankt Gertrud Kirche, wieder eng eingekranzt von den häßlichen Plattenbauten.

 

Diese "grüne Raupe" oben war (m)eine Buslinie nach Rosengard. Der oder die Fahrer/in ist drinnen total abgeschirmt. In der alten (15. Jhdt) wunderschönen "Sankt-Petri-kyrka" habe ich es wirklich gut gefunden, dass seitlich rückwärts bequeme Sitzgarnituren zum verweilen einluden... was mir aber nicht gefiel war, dass man in den Bankreihen auch vis a vis sitzen konnte. Auf die Frage "warum?" meinten die dort beschäftigten Damen "dass man sich bei einem Konzert zur Orgel drehen könne!" Darauf hin meinte ich ich eher bestürzt: "Aber da sitzt man dann ja mit dem Arsch zum Altar!" Worauf die Frauen lächelten "das ist eben so Tradition bei uns!" Die Orgelanlage ist übrigens die größte in ganz Skandinavien. 

....und weiter geht meine Norddeutschland-Tournee mit der "Sassnitz" 4 Stunden von Trelleborg nach Rügen.... aber das, liebe Freude - ist eine andere Geschichte...... 😘

"Moin Moin" - zu Gast bei den Nordfriesen und dem Wattenmeer

Donnerstag, 28.09.2017

"Moin!" Dieses Blatt wurde von Günny & Heidrun aus Süderlügum für ihre Gäste mit tiefgründigem Humor köstlich-erklärend aufgetischt.... und fällt exakt in meine Rubrik: "was ich schon immer gerne darüber wissen wollte..." 

 

Ebbe und Flut -> den Unterschied siehst du in den beiden Bilder oben ...und dass überhaupt noch ein Lackerl Wasser zu sehen ist kommt daher, dass eine Wassermenge aus einer Betonöffnung recht fleissig der Abflussmöglichkeit folgt.... Die übliche Differenz zwischen Ebbe und Flut beträgt etwa 3m (ohne Sturmflut natürlich),

Diese beiden Bilder oben stellen eine typisch Norddeutsche Wohnsiedlung dar (Husum, wo ich gewohnt habe). Wirklich max..30 kmh kannst du da fahren: mit frech-gewagten, absichtlich-aufgestellten Hindernissen und wo die Straßen so gepflastert sind, dass man sich ohnehin schon fragt: "ja darf man denn da überhaupt?" ... und sich in seinem Vehikel vorkommt wie "auf einer sauber gepflegten privaten Nobel-Einfahrt" - unerlaubt...

 

"Windhosen" - einer Künstlerin am Strand von Husum. Daneben ein typisches Salzwiesen-Bild   ...und yes: es ist so weit: für Euch speziell zusammen gestellt: ein "Schnellsiederkurs" über die hierorts gebräuchlichsten "Land-Wasser-Benennungen" - wie immer in meinen Berichten: ohne Gewähr....(und selbstverständlich auch ohne Gewehr verfasst).

Das Wattenmeer (in der Nordsee von Holland über Nord-Deutschland bis nach Dänemark) ist das größte der Welt und zählt zum UNESCO-WeltNaturErbe. Das Watt ist der freiliegende Meeresgrund bei Ebbe. Es dient Menschen und vielen Tieren (Muscheln, Wattwürmer, Vögel....) als Marktplatz von "wer sich nicht bewegt - kann leicht gefressen werden." Ebbe und Flut (wechseln sich alle 6 Stunden ab, dafür gibt es einen eigenen Kalender) passiert dadurch, dass der Mond eine Anziehung hat und die Erde sich dreht.... Wichtig zu wissen: die Flut kommt schneller (in nur 85% der Zeit) - als die Ebbe zum Ablaufen braucht!! 

   

Marsch sind Sedimentablagerungen auf den flachen Landstrichen (etwa in Höhe des Meeresspiegels). Marschland oder auch Schwemmland genannt ist ein durch Deichbau und Entwässerung von Meer abgezwungenes flaches Land - das dann Koog (Pl. Köge) genannt wird. Deiche sind breite und einigermaßen hohe Schutzanlagen um das Hinterland vor Überflutungen zu schützen. Fast immer weiden auf diesen Deichen die Schafe und am Grad oben kann man spazieren gehen....

   

Die Salzwiesen sind vom Meer öfter überflutete Wiesen - die sich an diese Gegebenheit angepasst haben (das tropische Pendant dazu wären die Magrovenwälder). Auch frage ich mich "ob nicht das Fleisch von diesen Tieren irgendwie besonders würzig schmeckt...?" (was meinst Du dazu, liebe Gaby S. aus W. 22, als fast-begnadete Köchin? ;-)

So, liebe Leute, jetzt geht's zu den Halligen. Ich war (per Schiff vom Nordstrand aus) auf der Hallig Hooge (beide Bilder oben). Hab mir ein einfaches rostiges Rad geborgt und bin in einer guten Stunde die ganze Insel der Länge nach abgefahren. Übrigens: "Hallig" kommt vom Wort Salz, sagte mir die Besitzerin vom Museum..... Die Marsch-Inselchen sind mitten in der Nordsee und werden mehr oder weniger oft von Sturmfluten überschwemmt - darum sind die Wiesen auch salzwasserresistent. Auch dienen sie als "Wellenbrecher vor dem Festland." Die Häuser und Höfe werden künstlich wenige Meter höher (als der Meeresspiegel) auf Hügeln gebaut, den sogenannten Warften.

Es gibt 10 Hallige - 7 davon sind bewohnt mit insges. 230 Menschen. Diese leben vom Tourismus und von der (Nebenerwerbs-) Landwirtschaft (Gastkühe und Gastschafe vom Festland grasen auf den salzigen Wiesen). Süßwasser kann der Boden auf einer Hallig erstaunlicherweise nicht speichern. Früher sammelte man Regenwasser, in den 60ern wurden aber Wasserleitungen zu den Inseln gebaut. 

 

Weiter geht's (nur nicht einschlafen, Leute....;-) vom Hafen in Dagebüll aus (eigenartige Ortsnamen gibt es hier, so musste ich von Niebüll durch Deezbüll und Galmsbüll - um nach Dagebüll zu gelangen) ging es wieder per Schiff diesmal nach Amrum. Hier war ich mit dem Bus und dann per pedes unterwegs. Kurz gesagt - die eine Hälfte der Insel ist Sand....die andere Hälfte ist grün. Ich finde, eine schöne Insel......

 

Von Klanxbüll (Auto am Parkplatz und weiter mit dem Zug) ging es dann nach Sylt. Die Züge fallen mehrmals täglich aus (normal im halben Stunden Takt) und via Leuchtschrift auf dem Bahnsteig liest man lapidar "Verzögerung im Betriebsablauf - wir bitten um Entschuldigung". Laut meinen Recherchen ist die Strecke von Hamburg nach Sylt -> eine der lukrativsten  Strecke der DB. Aber leider haben sie teilweise so uralte Waggons und Locks "irgendwo ausgegraben" - dass ein reibungsloser Verkehr einfach nicht funktionieren kann!! 3000 (manche sagen bis 6000) Menschen fahren täglich mit dieser Bahn vom Festland nach Sylt - um dort zu arbeiten. Bei meiner Rückfahrt lehnten die sichtlich müden Arbeiter meist wortlos und zusammengepfercht am Gang.....

 

Überfahrt im bewährten neuen Urlaubs-Outfit und überdimensionale Figuren vor dem Bahnhof. Auf Sylt borgte ich mir ein echt tolles e-bike um 22 € aus. Ich fuhr damit 80,2 km und hatte nachher körperlich das Gefühl, vielleicht 15 km gefahren zu sein..... ich fuhr 22 - 32 kmh. Es war soooo herrlich. Nach 5 Stunden gab ich das (schwere) Rad nur ungern wieder zurück (Neupreis etwa 2.800.-)

 

Bilder unten: Die schönen Häuser sind durchwegs mit einem Schilfdach versehen, einem sogenannten  "Reetdach", das aber teuer sowohl in der Herstellung als auch bei der Versicherung ist und gepflegt gehört (Befreiung von Moos, Vögel sollen nicht nisten....) Der andere Teil von Unterkünften besteht (im Hauptort) teilweise aus häßlichen mehrstöckigen Plattenbauten..... 

 

Die Hallig-Insel Langeneß (ich erreichte sie per Schiff von Schlüttsiel aus) ist 11 km lang und nur etwa 1,5 km breit. Leider war das Wetter kalt, windig und dunstig und auf dem Ausflugsschiff war kein warmes Plätzchen zu finden.... Mit dem Rad bin ich die ganze Insel der Länge und der Breite nach abgefahren..... Auf den 3 Fotos unten sieht man sehr klar, a.) wie eine Warft (Gebäudeansammlung auf einem Hügel) auf einer Hallig vom Meer aus zu sehen ist (das Land sieht man ja nicht, weil es so flauch ist), b.) so schaut eine Warft (ein Hügel zum Schutz vor Überschwemmungen) aus und c.) aufmerksame Kühe.... verfolgen mein Leben....

 

Sehr gut dargestellt finde ich diesen "Überflutungs-Anzeiger" (Landunter ist die übliche ÜberflutungsHöhe - aber das reicht doch auch, oder?) Die Nachbarinsel Gröde ist 1990 zum Beispiel 90 mal überflutet worden, sagte uns der Kapitän. Die Gleise der Lorenbahn liegen auf einem dünnen Damm und verbinden das Festland, Oland (kl. Nachbarinsel, eigene Gemeinde, eigener Bürgermeister, eigene Schule. Einwohnerzahl: 9 (neun) und Langeneß. Ausschließlich Halligbewohner dürfen mit ihren privaten Loren (teils einfache Flachwagen, die früher mit Segel angetrieben wurden) dort fahren. "Mitfahren bei Strafe verboten!" (Jössasna)

Doch nun (Fotos unten) bin ich hier in Süderlügum. Moin, alle miteinander.... 5 km von der dänischen Grenze entfernt. Dieses Haus entspricht sehr meiner Lebensform. Es ist nur etwa 30 qm groß und steht in einem schönen Garten..... doch wo dieser zukünftige  "Ort meiner Begierde" ist, wo ich länger bleiben und leben kann, das weiß ich leider noch nicht.... ;-( hmmm....

Heute habe ich Dänemark besucht. Die Insel Röm (gehört noch zu den Wattinseln - mit einem km-breiten Sandstrand). Dort war ich in einer Kirche, wo Schiffe (6 an der Zahl) von der Decke hängen (siehe Bild). In einem wunderschönen Laden "Antikes und Cafe" habe ich mir dann ein gestricktes Handtuch gekauft und diese Vitrine gesehen (hmmm, Edeltraud "zur Nachahmung empfohlen...?")

 

Ich mag noch was zur Flut sagen: Ich habe lange zugeschaut: Dadurch dass das Land so flach, so "platt" ist, gehen die Wellenschübe in etwa 1 m Abstand an Land - wobei die nachfolgende Welle in der Lage ist, die vorherige Welle zu überspülen.... "so kommt das Leben in's Watt - und das Meer an Land".....

🎼 an der Nooordseeküste (tara-ram-tam-tam-tam) am plattdeutschen Strand 🎼 sind die Fiiiische im Wasser und selteeen an Land 🎼

 

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